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Die Mitglieder des Vereins Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. unterstützen ehrenamtlich Patienten im Waldkrankenhaus durch Ausrichtung von Aktivitäten für und mit den Patienten. Mit diesen Mitteln tragen wir zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken und suchtmittelabhängigen Menschen bei und fördern deren Integration in die Gesellschaft. Hier möchten wir mit Anderen in Kontakt treten!

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Ehrenmedaille

Die Professor-Emil-Sioli-Ehrenmedaille wurde vom Verein Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. gestiftet und das erste Mal in 2012 verliehen.

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(Friedrichsdorf.) Edelgard Gath, Alfons Berger, Joachim Hoffmann, Peter Schuhrk und die Patientenfürsprecher der psychiatrischen Kliniken des Vitos-Konzerns sind die Preisträger der „Professor Emil Sioli-Ehrenmedaille“ 2014. Mit dem Psychiatrie-Preis werden alle zwei Jahre Persönlichkeiten gewürdigt, die sich um die Integration von psychisch kranken oder suchtmittelabhängigen Menschen verdient gemacht haben oder die sich anderweitig in herausragender Weise für die Belange von psychisch Kranken einsetzen.

Die Ehrenmedaille wurde vom Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern in Erinnerung an Professor Emil Sioli gestiftet, der sich als Direktor der Frankfurter „Anstalt für Irre und Epileptiker“ gegen Zwangsmittel einsetzte und somit zu den fortschrittlichen Psychiatrie-Gelehrten seiner Zeit zählte. Im Jahr 1901 gründete Sioli das Waldkrankenhaus, um in der naturbelassenen Umgebung des Köpperner Tals seine Ideen von einer freizügigen Behandlung psychisch kranker Menschen zu verwirklichen. In der so genannten „Landwirtschaftlichen Kolonie“ gab es weder Gitter an den Fenstern noch geschlossene Unterbringungsmöglichkeiten. Vielmehr durften sich Siolis Patienten frei in der Umgebung bewegen, was in der Bevölkerung der nahen Kurstadt Bad Homburg anfänglich auf Widerstände gestoßen sein soll.

„Den Geist von Professor Emil Sioli tragen auch alle unsere Preisträger der Ehrenmedaille in sich“, betonte der Freundeskreis-Vorsitzende Damian Bednorz, der in seiner Laudatio zunächst an die im Frühjahr getroffene Standortentscheidung erinnerte. Wie berichtet beabsichtigt der Vitos-Konzern, vier Stationen des Waldkrankenhauses nach Bad Homburg zu verlegen und in Köppern nur die Suchtabteilung mit zwei Stationen beizubehalten. „Wir verschweigen nicht, dass sich Freundeskreis und Laienhilfe Miteinander den Verbleib sämtlicher Stationen in Köppern gewünscht hätten. Weil das Waldkrankenhaus und seine Patienten akzeptiert sind in Friedrichsdorf und die Klinik über großzügige Freizeit-Einrichtungen verfügt, die von unseren Patienten gerne wahrgenommen werden“, wie der Vereinsvorsitzende hervorhob. Die einzigartige Waldrandlage der Klinik sei zudem für Professor Emil Sioli das ausschlaggebende Kriterium zur Errichtung seiner reformpsychiatrischen Einrichtung im Köpperner Tal gewesen sei. „Der privilegierte Standort des Waldkrankenhauses, die Möglichkeit, inmitten der Natur Hektik und Stress hinter sich zu lassen und sich in idyllischer Umgebung ganz auf seine Genesung konzentrieren zu können – das alles bezeichnen wir als ´heilsam`. Und dieser Aspekt ist nach Ansicht der Fördervereine nicht hinreichend gewürdigt worden“, so Bednorz. Für den Neubau in Bad Hombrug wünsche man sich eine „gute Freizeit-Infrastruktur, die unverzichtbar ist für eine zeitgemäße Psychiatrie“. Und für den Standort Köppern halte der Freundeskreis an seiner Vision vom „Gesundheitspark“ mit integriertem Streichelzoo fest. Dass diese Idee bereits auf fruchtbaren Boden falle, zeige das Interesse der Salus-Klinik, sich im Köpperner Tal anzusiedeln.

„Wir sind davon überzeugt, dass Dank der hiesigen Standortvorteile weitere Gesundheitseinrichtungen folgen werden“, äußerte sich der Freundeskreis-Vorsitzende. Bednorz sprach sich außerdem für eine Fortschreibung der Psychiatrie-Enquête aus, die in den 1970-er Jahren auf die prekäre Situation von psychisch Kranken aufmerksam gemacht und Reformen verlangt hatte. „Es ist an der Zeit, die Psychiatriereform weiterzudenken in Richtung einer ´Psychiatrie-Enquete 2.0`, die für mehr Teilhabe steht, für Inklusion. Und zwar auch dann, wenn der Wille des Patienten nicht den eigenen Wunschvorstellungen entspricht“, sagte er.

Anschließend nahm Bednorz zusammen mit dem ärztlichen Direktor des Vitos Waldkrankenhaus Köppern, Prof. Dr. Ansgar Klimke, und dem Friedrichsdorfer Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) die Auszeichnung der diesjährigen Preisträger der „Professor Emil Sioli-Ehrenmedaille“ vor.

Preisträger 2014 der „Professor Emil Sioli-Ehrenmedaille“

Die ehrenamtlichen Patientenfürsprecher vertreten die Interessen der Patienten in den psychiatrischen Kliniken des Vitos-Konzerns und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Mit ihrem Engagement stärken sie die Stellung von psychisch kranken Menschen und fördern deren Teilhabe. In Ausübung ihrer Tätigkeit stellen die Patientenfürsprecher unter Beweis, dass den Menschen außerhalb der Kliniken das Schicksal ihrer psychisch kranken Mitbürger nicht gleichgültig ist. Edelgard Gath ist seit 2008 die amtierende Patientenfürsprecherin des Waldkrankenhauses Köppern und hat sich darüber hinaus weitere Verdienste erworben. So trat sie bereits 1988 der „Laienhilfe Miteinander“ bei und ist seitdem ehrenamtlich im „Second-Hand-Lädchen“ tätig. Darüber hinaus zählte Gath zu den Gründungsmitgliedern der „Initiative patientenorientierte Psychiatrie und Psychotherapie“ (IPPP). Bednorz gratulierte mit den Worten: „Ihr nahezu drei Jahrzehnte währender Einsatz ist vorbildlich!“

Alfons Berger war bis 2013 stellvertretender Krankenpflegedirektor im Waldkrankenhaus Köppern und hat die Entwicklung der Frankfurter Abteilung „Klinik Bamberger Hof“ als erste Außenstelle einer Psychiatrie im Landeswohlfahrtsverband Hessen maßgeblich mitbestimmt. Ein weiteres bedeutendes Projekt, das Berger mitbegründet und entscheidend geprägt hat, ist die Reisefreizeit „Gast und Gastgeber“. Es bietet litauischen und deutschen Patienten sowie ihren Betreuern seit 2004 alljährlich die Möglichkeit, Land und Leute des jeweiligen Partnerlandes kennenzulernen. Dabei fördert das Projekt die Fähigkeit zur selbständigen Lebensführung und zum Umgang mit anderssprachigen Menschen. „Sie haben sich in Ihrer beruflichen Laufbahn stets mit ganzem Herzen für psychisch kranke Menschen eingesetzt und Entscheidungen immer im Vertrauen darauf getroffen, dass psychisch kranke Menschen Eigenverantwortung übernehmen können. Dadurch haben Sie zur Wahrung von deren Eigenständigkeit und Würde beigetragen“, lobte Bednorz.

Seit sage und schreibe 30 Jahren Mitglied der Laienhilfe und an der Durchführung der Kaffeenachmittage beteiligt ist Joachim Hoffmann. Von 2000 bis Anfang 2008 übernahm Hoffmann außerdem das Amt des Patientenfürsprechers, das er umgehend mit Leben erfüllte. Er legte Wert auf regelmäßige Präsenz und sorgte für „Kummerkästen“ in allen Stationen, in denen die Patienten bis heute Beschwerden und Anregungen hinterlassen können. Auch die Teilnahme des Patientenfürsprechers an den Sitzungen der Klinikleitung geht auf Hoffmanns Vorschlag zurück. Er zählte darüber hinaus zu den Gründern der IPPP, die sich für die Interessen psychisch kranker Menschen und den Erhalt des Waldkrankenhauses am Standort Köppern stark macht.

„Sie haben sich bleibende Verdienste erworben und sind damit ein würdiger Träger der Professor Emil-Sioli-Ehrenmedaille“, fasste Bednorz zusammen.

Peter Schuhrk war bis 2003 Krankenpfleger im Waldkrankenhaus, wo er über seine dienstlichen Verpflichtungen hinaus Freizeitaktivitäten ins Leben rief. Damit legte er den Grundstein für das spätere Sozialzentrum, das er von 1992 an verantwortlich leitete. Zudem entwickelte Schuhrk das einstmals klinikinterne Sommerfest zu einem Stadtteilfest weiter, bei dem sich alljährlich Gesunde und Nicht-Gesunde begegnen und bestehende Vorteile abbauen können. „Lieber Peter, wir freuen uns, Dich in den Kreis der Preisträger der Professor Emil-Sioli-Ehrenmedaille aufnehmen zu dürfen“, dankte ihm Bednorz.

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