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Die Mitglieder des Vereins Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. unterstützen ehrenamtlich Patienten im Waldkrankenhaus durch Ausrichtung von Aktivitäten für und mit den Patienten. Mit diesen Mitteln tragen wir zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken und suchtmittelabhängigen Menschen bei und fördern deren Integration in die Gesellschaft. Hier möchten wir mit Anderen in Kontakt treten!

Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V.

Kompetent mit Menschen

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daraufhin in andere Anstalten verlegt. Etwa die Hälfte dieser Menschen überlebte die Transporte nicht. 1943 änderte sich erneut die Funktion der Köpperner Einrichtung: die Pflegeanstalt wurde auf staatlichen Befehl zu den „Krankenhaussonderanlagen Aktion Brandt-Anlage Köppern“ umgebaut. Zwangsarbeiter aus einem nahegelegenen Arbeitserziehungslager bauten angelieferte Fertigbauteile zu Baracken zusammen, in denen zusammen mit den bereits vorhandenen Landhäusern ein Allgemeinkrankenhaus mit 550 Betten eingerichtet wurde. Die Verwaltung blieb beim Frankfurter „Hospital zum Heiligen Geist“, Chefarzt war damals der überzeugte Nationalsozialist Willi Gutermuth. Dr.Karl Brandt, Leibarzt Adolf Hitlers, leitete die Schaffung von Ausweichkrankenhäusern für bombardierte Großstädte. Vor allem chronisch psychisch Kranke und alte Menschen gerieten infolge der Umschichtungen zugunsten verletzter Soldaten und für die Kriegsindustrie wertvoller erkrankter Arbeitskräfte an den Rand aller Versorgungsmaßmahmen.

Die Forschung konnte in Einzeluntersuchungen den engen Zusammenhang zwischen einer Beschaffung neuen Raums zur Krankenversorgung und der Ermordung alter und behinderter Stammbewohner der betroffenen Häuser deutlich machen. Dabei ist der Nachweis eines gezielten Mordprogrammes für die „Aktion Brandt“ schwieriger als bei der „Aktion T4“. Im Rahmen der Aktion Brandt wurden in einer großen Zahl von Einrichtungen Menschen mit Hilfe von Überdosen an Medikamenten sowie über systematischen Nahrungsentzug getötet. Forschungsergebnisse legen den Verdacht nahe, daß in Köppern Medikamente missbräuchlich appliziert und Operationen verantwortungslos durchgeführt wurden. Transporte, welche älteren Köpperner Pflegebedürftigen oftmals zugemutet wurden, sowie die pflegerische Vernachlässigung der alten Bewohner bei deutlicher Nahrungsreduktion entsprachen dem damaligen politischen Willen, der nicht nur die Ermordung psychisch Kranker, sondern auch alter Menschen zum Ziel hatte.

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