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Die Mitglieder des Vereins Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. unterstützen ehrenamtlich Patienten im Waldkrankenhaus durch Ausrichtung von Aktivitäten für und mit den Patienten. Mit diesen Mitteln tragen wir zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken und suchtmittelabhängigen Menschen bei und fördern deren Integration in die Gesellschaft. Hier möchten wir mit Anderen in Kontakt treten!

Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V.

Kompetent mit Menschen

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Zur weiteren Entlastung der in Frankfurt am Main nicht ausreichenden Unterbringungskapazitäten für Geisteskranke wurde 1897 entgegen der Empfehlung Siolis die „Landesheil- und Pflegeanstalt“ in Weilmünster mit 500 Betten erbaut, ungefähr 40 km von Frankfurt am Main entfernt, mit eigener ärztlicher Leitung. Sioli hatte eine näher bei der Stadt gelegene „agricole Colonie“ bevorzugt. Weilmünster diente der Versorgung von als unheilbar eingeschätzten Patienten, so dass die Einrichtung weniger als Landesheilanstalt, sondern mehr als Pflegeanstalt fungierte. Darum kam es trotz der Eröffnung nicht zu der erhofften Entlastung der „Anstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt am Main. Außerdem setzten sich häufig Patienten und Angehörige wegen der schlechten Eisenbahnverbindung von Frankfurt amMain nach Weilmünster zur Wehr.

Sioli plante nach wie vor eine „agricole Colonie“, denn die Hauptanstalt wurde zunehmend von größeren Gebäuden eingeengt, und die Kranken konnten nicht mehr in genügendem Umfang mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt werden. Mit dem Vorhaben einer „agricolen Colonie“ sollten aber nicht nur die Belegungsprobleme gelöst werden, damit war auch ein soziales und therapeutisches Anliegen verbunden. Die Arbeit in der Landwirtschaft sollte eine Art Gegengewicht zu den „Verwirrungen des Geistes“ darstellen und die Strukturierung des Tagesablaufs mit körperlicher Arbeit, regelmäßigen Mahlzeiten und Zerstreuungen am Wochenende sollten ihren heilsamen Einfluß unterstützend entfalten. Bei den Patientengruppen sollten vor allem die Alkoholiker berücksichtigt werden. Nach dem Konzept einer „agricolen Colonie“ sollten psychisch Kranke nicht nur mit landwirtschaftlichen Arbeitenbeschäftigt werden. Es war auch ein Einsatz im industriellen Bereich, zum Beispiel in der Brauerei und in der Masttierzucht, vorgesehen. Ergänzend kamen verschiedene handwerkliche Tätigkeiten als Schmied, Tischler, Maurer und Zimmermann hinzu.

Als Vorteile einer „agricolen Colonie“ wurden die Einsparung von Medikamenten, die bessere Ernährung der Patienten und der wirtschaftliche Nutzen dargestellt. Die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten würden einen Ausgleich zur Monotonie des Anstaltsleben bilden, die Patienten wirkten zufriedener, lebhafter und interessierter.

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