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Die Mitglieder des Vereins Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. unterstützen ehrenamtlich Patienten im Waldkrankenhaus durch Ausrichtung von Aktivitäten für und mit den Patienten. Mit diesen Mitteln tragen wir zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken und suchtmittelabhängigen Menschen bei und fördern deren Integration in die Gesellschaft. Hier möchten wir mit Anderen in Kontakt treten!

Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V.

Kompetent mit Menschen

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Aufgrund seiner Erfahrungen in Frankfurt am Main betonte Sioli die unterschiedlichen Anforderungen an die Versorgung psychiatrischer Patienten in großstädtischen und ländlichen Gebieten. Er forderte für Frankfurt am Main gemeindenahe Versorgungseinrichtungen, insbesondere auch für Alkoholiker. Seiner Meinung nach war eine schnelle, von allen Formalitäten freie Aufnahme die Voraussetzung für eine adäquate Versorgung psychiatrischer Patienten, denn die Aufnahmemodalitäten in Frankfurt am Main und in Hessen insgesamt zögerten immer wieder notwendige Behandlungen hinaus.

Therapeutisch war die Gruppe der Alkoholkranken ein großes Problem, sie stellte neben den Epileptikern die Gruppe mit den häufigsten stationären Wiederaufnahmen dar. Sioli versuchte, mit unterschiedlichen Methoden die Abstinenz seiner Patienten zu erreichen, da die Unzulänglichkeit der Anstaltsbehandlung erschreckend deutlich wurde. Er forderte und förderte die völlige Abstinenz bei Patienten und Pflegepersonal. Dazu muss man wissen, dass bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts leichte alkoholische Getränke wie Bier oder Kwas, ein vergorener Brotsaft, durchaus gebräuchliche alkoholische Getränke für Personal und Patienten waren. Sioli baute in der „Anstalt für Irre und Epileptische“ nach heutiger Terminologie die Beschäftigungs- und Arbeitstherapie aus und wurde nicht müde, auf die Dringlichkeit einer „ländlichen Kolonie“ hinzuweisen.

In Zusammenarbeit mit dem Abstinenzverein „Blaues Kreuz“ wurden von ihm Gruppen entsprechend den heutigen „Anonymen Alkoholikern“ eingerichtet. Zusätzlich versuchte Sioli, für besonders gefährdete Patienten nach der Entlassung eine Wohnung anzumieten, damit sie sich erfolgreicher eine Arbeit suchen und wieder Fuß fassen konnten.

Eine weitere große Aufgabe für die großstädtische Irrenfürsorge war nach Auffassung Siolis die Sorge für psychisch auffällige Jugendliche, die ab 1900 zunehmend in die „Anstalt für Irre und Epileptische“ eingewiesen wurden. Er zog daraus die Konsequenz und richtete 1906 eine eigene Abteilung für zehn bis zwölf überwiegend männliche Jugendliche ein – die erste kinder- und jugendpsychiatrische Abteilung Deutschlands im Rahmen einer solchen Anstalt.

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